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Wachtelkönig in Vogelbüchern



Wir haben auf dieser Seite Zitate zum Wachtelkönig  zusammengestellt, die uns in - vor allem älteren - Vogelbüchern auffielen. Gern nehmen wir weitere auf, für diesbezügliche Hinweise sind wir dankbar. 



Die Wiesenralle, Crex crex (L.)
Die Nahrung der Wiesenralle besteht in der Hauptsache aus Insekten, deren Larven und Puppen, Würmern und kleinen Gehäusschnecken. Sämereien genießt sie verhältnismäßig selten. 
Rey und Baer fanden in 5 untersuchten Exemplaren 22% nützliche, 16 % schädliche und 62% gleichgültige Bestandteile.
Urteil: Das Wiesensumpfhuhn ist wirtschaftlich ohne Bedeutung.

Aus:
Dr. Carl R. Hennicke (1912):

Handbuch des Vogelschutzes. – Creutzsche Verlagsbuchhandlung Magdeburg.


"Das ganze Heer der Schnepfen, Strand- und Wasserläufer wird uns ebensowenig irgendwie nachteilig, und dasselbe gilt auch von den Teich- und Sumpfhühnchen, nur daß der Wachtelkönig sich bodenständigen Nestern gegenüber bisweilen Räubereien zuschulden kommen lassen soll."

Aus:
Kurt Floericke (1922): Vogelbuch - Gemeinverständliche Naturgeschichte der mitteleuropäischen Vogelwelt. - Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart, Seite 67.


"Wachtelkönig, Crex pratensis naevia (Gm.) 1788. Tafel XLII,Figur 2.-
Synonyme: Crex crex Hart.1917; Rallus Crex typo-crex Kl.1918.
Trivialnamen: Schnärz, Schnerper, Schnarrwachtel, Wiesensumpfhuhn, knarrendes Rohrhuhn, Wiesenralle, Tau- und Kornschnarre, Grasrätsche, Heckschnärr, Arpschnarp, Ginsterralle, Mähderhex, alter Knecht, faule Magd, Kreßler, Ackerhennick, grauer Kaspar, Feldwächter, Wiesenläufer und –schnarcher, Grasrutscher, Knarrer, Eggenschär, Schonk, Stroh- und G´hackschneider, Nachtschreier, Stosch, Grasschnepf, Sensenwetzer, Knecht mäh!, Bütsche, Kornhühnel, Gnarrendart, Gerstenratzer usw.
Englisch: Corn-crake; französisch: Râle des prés; italienisch: Re di quaglie; spanisch: Guion de los codornices; holländisch: Wachtelkoning; 
dänisch: Vagtelkonge; schwedisch: Kornknarr; russisch: Dergatsch; 
ungarisch: Haris.

Beschreibung: Abbildung und Kennzeichen dürften genügen. Beim Weibchen ist das Aschgrau an Kopf und Hals viel lichter, undeutlicher und weniger ausgedehnt.
Maße: Länge 24-26, Flugbreite 40-43, Flügel 13-14½, Schwanz 4-4½, Schnabel 2, Lauf 4 cm. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen.
Gelege: 8-12 rahmfarbige oder hell kaffeebräunliche Eier, deren rotbraune Fleckung nach dem stumpfen Ende zu sich anhäuft und dazwischen auch bläulichgraue Schalenfleckung aufweist. Größe 36x26 mm. Schalengewicht 0,9g.
Verbreitung: Europa und Westasien.-"

Aus:
Kurt Floericke (1922): Vogelbuch - Gemeinverständliche Naturgeschichte der mitteleuropäischen Vogelwelt. - Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart, Seiten 394 u. 395.


"Die Wiesenralle, ca. 24 cm, Fl.: 14 cm. Spannweite 42 cm, Weibchen kleiner. Vorkommen: Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens und Südens. In Mitteleuropa am häufigsten. Große Teile Asiens. Die Ankunft erfolgt meist sehr spät, oft erst in der zweiten Hälfte des Mai. Abzug im September und Oktober. Der Zug schient meist niedrig stattzufinden, da viele an Telegraphendrähten verunglücken. Sie leben in blühenden Weizen, Raps- und Kleefeldern. Ihr Nest steht sehr versteckt in hohem Wiesengras oder im Getreide. Es ist eigentlich nur eine flache Mulde, die mit Halmen ausgelegt ist. Erst gegen Ende Juni enthält es 8-11 glänzende, hellbräunliche oder grünlichweiße Eier mit rotbraunen Punkten und Flecken (36,3x26). 

Die schwarzen Dunenjungen haben an Rücken und Bauch einen bräunlichen Schimmer. Das Jugendkleid gleicht dem Herbstkleid der Alten, bei dem das Grau des Vorderkörpers durch ein Rostbraun ersetzt ist. Im Frühjahr erhalten sie durch eine zweite Kleingefiedermauser das Sommerkleid, im Herbst mausern sie vollständig. Dieser versteckt lebende Vogel macht sich durch seine eigentümliche Stimme bald bemerkbar, die er auch nachts fleißig hören läßt. Es klingt so, wie wenn man mit einem dünnen Brettchen schnell über die Zacken eines Holzkammes fährt. Ein dumpf knurrender Ton leitet dieses Schnarren ein. Daher auch noch die Namen: Wiesenknarre, Schnarrwachtel und Arpschnarp. Außerdem hört man noch ein öfter ausgestoßenes kräftiges djek. Die Jungen schilpen ähnlich wie Spatzen. Prachtvoll ist das Balzspiel des Männchens. Es streckt seinen Hals in die Höhe, breitet die Flügel fächerförmig aus, macht Verbeugungen und läßt dabei das Knurren und Schnarren hören. Im Durchschlüpfen des Wohngebietes sind sie Meister. Sie verzehren in der Hauptsache Insekten."

Aus:
Otto Fehringer (1931): 
Sumpf- und Wasservögel. - Carl Winter-Universitätsverlag, Heidelberg.


"Crex crex (L.) – Wachtelkönig

Crex crex (L.), Naumann VII, S.180; Reichenow S.62

Beschreibung. Männchen und Weibchen ad. im Brutkleid: Federn der Oberseite schwarz, breit grau und braun gesäumt; Kopfseiten (mit Ausnahme eines gelbbraunen Augenstreifes), Halsseiten und Kropfgegend bläulichgrau; Kehle, Mitte von Brust und Unterkörper sowie Unterschwanzdecken bräunlichweiß, Körperseiten weiß und rotbraun quergebändert; Flügeldecken kebhaft rotbraun, Schwingen dunkler. Schnabel und Füße bräunlich fleischfarben; Iris hellbraun. - Ruhekleid: Kopf- und Halsseiten sowie Kropfgegend hell rostbraun ohne alles Grau. - Dunenkleid: schwarz; Schnabel schwarzbraun. - Jugendkleid: Sehr ähnlich Ruhekleid, aber Körperseiten mehr rostfarben und weniger gebändert und gefleckt. - Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) offenbar September und Oktober; Ruhemauser (Teilmauser) Dezember bis März; Brutmauser (Vollmauser) August und September , mitunter auch Oktober. - Maße; Flügel (15 Männchen) 135-150, Weibchen 130-145 mm; Schnabel 19-23 mm; Schwanz 40 bis 50 mm; Lauf 34-43 mm (Witherby). Gewicht nach Heinroth im Frühjahr etwa 130 g, im Herbst bis über 190 g; 6 Vögel nach Weigold 109-182, im Durchscnitt 148 g; 1 Männchen (Mai) 153 g (Banzhaf), 1 Männchen (Oktober) 150g, 1 Weibchen 181 g (Schlegel).

Feldornithologische Kennzeichen. Knapp rebhuhngroß, auch in der Gestalt dem Rebhuhn ähnlich. Braun, dunkler braun längsgefleckt; Kopf grau, Flügel rostbraun. Dunenjunge schwarz. Heimlich und wenig sichtbar; ist schwer zum Auffliegen zu bringen, fliegt dann mit matten Schlägen nur kurze Strecken, wobei die Beine hängen. - Stimme: MM ruft schnerrend "rerrp rerrrp", meist zweimal ("Wiesenknarre"), wobei ein dumpfer, knurrende Ton vorangeht. Dies Schnerren klingt, als fahre man über einen hölzernen Kamm; es ist meist abends und nachts zu hören. Lockruf "ki" oder "ka". Auch "tuck" und (zur Zugzeit) "teck" oder "djek". Pull. schilpen wie Spatzen. 

Allgemeine Verbreitung. Europa nordwärts bis zu den Britischen Inseln und Färöer, Nordskandinavien (etwa bis zum Polarkreis), Finnland (64°) und Nordrußland (64°30’, im Ural etwa bis 60°), südwärts bis zu den Pyrenäen, Südfrankreich, Norditalien Montenegro, Bulgarien und Mazedonien; ferner durch Vorderasien und Westsibirien bis zum Altai, südwärts bis Turkestan, Nordpersien und Palästina.

Verbreitung in Deutschland. Der Wachtelkönig ist als Brutvogel durch ganz Deutschland verbreitet, doch wurde in vielen Gegenden (z.B. in Ostpreußen, in Teilen Schlesiens, in Thüringen und Schleswig-Holstein) ein starker Rückgang im Bestande festgestellt (infolge der neuzeitlichen Mähmaschinen oder der Verminderung an Unkräutern in den Wiesen oder auch infolge der immer früher einsetzenden Heuernte ?), in anderen wurden nur periodische Schwankungen vermerkt (was nach Heinroth vielleicht mit dem Grundwasserstand zusammenhängt).

Wanderungen. Zugvogel, der nur ganz ausnahmsweise den Winter in Großbritannien und Deutschland (vielleicht auch Holland) verbringt, in der Regel aber das Mittelmeergebiet durchwandert, wo verhältnismäßig wenige zurückbleiben, und bis ins tropische und südliche Afrika zieht, wo die Hauptmenge überwintert (vereinzelt ist Übersommern im Winterquartier festgestellt worden). Ankunft bei uns in der Regel Anfang Mai, doch kehren die letzten erst gegen Anfang Juni heim. Der Wegzug beginnt bereits Ende August und dauert zuweilen bis Ende Oktober (Hauptzugzeit: September). Nach Kuhk (1939) wurden zur Herbstzugzeit in Kartoffelfeldern usw. oft Gesellschaften von 30 und mehr Vögeln auf engem Raum beieinander beobachtet, während der Wachtelkönig sonst in der Regel einzeln wandert. Zur Zugzeit gelegentlich auf den atlantischen Inseln, Verirrte in Grönland. - Ringfunde: von Schottland nach der Normandie (September), Südwestfrankreich (September) und Nordspanien (September); von England nach Nord-, West- und Südfrankreich (September); von Schweden nach dem Kongogebiet (November); von Südpolen nach Dalmatien (April nach 2 Jahren); von Ungarn nach Holland (Juni des nächsten Jahres; Umsiedlung über 1200 km NW!).

Biotop. Zur Brutzeit üppige Wiesen mit nur mäßig feuchtem Untergrund, Kleestücke, Getreide- und Rapsfelder u.ä. Von der Tiefebene bis zu 600 m (Schlesien) und 950 m (Sachsen) hinauf. Zur Zugzeit gern in Kartoffel- und Rübenfeldern rastend.

Fortpflanzung. Im einzelnen noch wenig bekannt. Geschlechtsreife: Nach Heinroth sind junge Vögel schon vor Ablauf des 1. Lebensjahres (im Alter von etwa 10 Monaten ) fortpflanzungsfähig. Besiedlung des Brutgebietes von Mitte Mai bis Mitte Juni. Der Wachtelkönig lebt nach Steinfatt (1938) ehelos. Kommt ein WW in die Nähe des rufenden MM, so spreizt dieses die Flügel fächerartig, so daß die Ränder der Schwungfedern einen Halbkreis bilden, beugt sich tief vor und ruft (Noll 1924). Näheres über Balz und Begattung nicht bekannt.- Nest: eine mit Gräsern, Halmen und Blättern ausgelegte Mulde im hohen Gras, Klee oder Getreide; nach Brown (Brit.Birds 32) mit feinem Gras belegt; bei trockenem Boden wird die Nestunterlage auf ebenem Boden aufgeschichtet.- Vollgelege: meist 8-11, ausnahmsweise 12-14 oder gar bis 18 Eier; dagegen fand Brown in England bei 40 Gelegen in der Regel 6-9, gelegentlich 10 und nur je einmal 11, 12 und 14 Eier; sehr selten vor Juni, meist erst gegen den Juli hin, Nachgelege bis August. Nach Stimming (1938) wird das Vollgelege in der Regel zwischen 28. Juni und 18. Juli gezeitigt. - Eiablage: im Abstand von 1 Tag. - Eier: ähnelne denen der Wasserralle, doch sind sie etwas glänzender und meist von grünlicherem Grundton, auch mit größeren rotbraunen und zahlreicheren Flecken gezeichnet. Durchschnitt von 213 deutschen Eiern (Rey) 36,3 x 26 mm; Maximum 39,5 x 26 und 36 x 27,5; Minimum 33 x 25,5 und 34x25; Schalengewicht etwa 0,92 g. Frischvollgewicht etwa 13 g (Heinroth). - Brutpflege: Das Weibchen brütet allein und verläßt nur in bestimmten Zeitabständen kurz das Nest (Steinfatt). Die Männchen hören nach Brown mit Rufen auf, sobald die Weibchen auf den Eiern sitzen. - Brutdauer: 19 Tage (Steinfatt; Brown, Brit.Birds 22); nach Groebbels (1938) 19-21, nach Hortling nur 17 Tage. - Nestlingsdauer: Die Jungen folgen der Mutter gleich nach dem Schlüpfen aus dem Nest. Sie fressen schon im Alter von wenigen Tagen selbständig und baden gern. Ihre Entwicklung geht rasch vor sich: mit 30 Tagen konnten Heinroths Jungvögel schon leidlich fliegen, und nach Noll sind sie mit 5-6 Wochen ausgewachsen (nach Groebbels erst im Alter von 56 Tagen). 

Nahrung. Insekten aller Art, auch deren Larven (Käfer, Heuschrecken, Fliegen, Mücken usw.), Spinnen, kleine Schnecken, ferner Samen verschiedener Unkräuter und Gräser, die sie nach Heinroth wohl auch im Sprunge abzupfen.

Parasiten. Federlinge: Rallicola ortygometrae. - Lausfliegen: Ornithomyia fringillina. - Zecken: Ixodes hexagonus, I. frontalis. - Milben: Pterolichus rallorum (Deutonymphe endoparasitisch). - Saugwürmer: Catatropis verrucosa, Diplostomum capsulare, Harmostomum fuscatum, Leucochloridium macrostomum, L. turanicum, Oswaldoia pawlowskyi, Prosthogonimus ovatus. - Bandwürmer: Anomotaenia pyriformis. Kratzer: Polymorphus sp."

Aus:
Günther Niethammer (1942): 
Handbuch der deutschen Vogelkunde, Band 3, Akademische Verlagsgesellschaft Becker & Erler Kom.-Ges. Leipzig, S. 465-468.


" (...) Bekannter ist der Wachtelkönig, den man nach seiner Stimme auch Wiesenknarre genannt hat. Auch ihn bekommt man nur gelegentlich einmal zu Gesicht, weil er selbst bei Gefahr nicht auffliegt, sondern im hohen Wiesengras mit staunenswerter Geschwindigkeit dahinrennt. Durch seine sonderbare Stimme, die er im Frühling fast die ganze Nacht hindurch hören läßt, ist er allenthalben bekannt, sie ist ein merkwürdiges lautes Knarren und Schnarren, und klingt so, als fahre man mit einem Hölzchen über Kammzinken: "Rerrep". Wie der Wiedehopf des "Kuckucks Küster", so ist der Wiesenschnarrer im Volksmund der "König der Wachteln", die ihn zum Heerführer auf der Reise nach Süden wählen sollen, weil sie wüßten, das der erste der das Reiseziel erreiche, von einem Raubvogel geschlagen werde; so sorgten die klugen Wachteln dafür, daß dieses traurige Los keinen der ihrigen treffe, sondern den auf seine Führerrolle eitlen Wachtelkönig."

Aus:
Fritz Bolle (1946):
Vögel um uns; eine Einführung in die heimische Vogelwelt
Verlag Sebastian Lux, Murnau vor München,
Orionbücher, Herausgegeben von Erich Lasswitz; 1946, Band 4


"Crex crex (L.) - Wachtelkönig

Der Wachtelkönig kommt in Südosteuropa bis Macedonien vor, in Griechenland ist die Art nach REISER nur seltener Durchzügler (Mitte September - Ende November, April). McGREGOR hörte die Art am 29. und 30. 4. bei Bitolj, wo sie offenbar nicht häufig war. KARAMAN hat die Art merkwürdigerweise nur auf dem Herbstzug bei Skopje beobachtet, nicht aber zur Brutzeit. FEHRINGER vermutet das Brüten bei Djevdjelija und nach VIERECK ist der Wachtelkönig Brutvogel auf den Vardarwiesen. BODENSTEIN hörte Wachtelkönige Mitte Mai 1943 in der Nähe von Langadas rufen; hier ist die Art sicherlich Brutvogel."

Aus:
Wolfgang Makatsch (1950): 
Die Vogelwelt Macedoniens. - Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G., Leipzig, S. 429.


Der Wiesenschnarcher
In sausender Fahrt geht es bergab. Eine jener köstlichen kleinen abendlichen Radtouren durch Feld, Wald und Wiese neigt sich dem Ende zu. Es dämmert schon stark, da schallt ein mir sehr bekannter Ruf herüber, "Rähl-Schnähb, Rähb-Schnähb", und ich weiß, es ist der Wiesenschnarcher. Sein zweiter Name: "Wachtelkönig", trifft für ihn durchaus nicht zu. Dafür macht er aber seinem ersten Namen alle Ehre: Von früh bis spät schnarcht er seine schnurrige Weise. Diese klingt ganz so, als ob jemand mit einer großen Säge sägte oder mit einem Holz über die Zähne eines Kammes führe. Ein merkwürdiges Lied, das von einem Nichtkenner nie für das des Wiesenschnarchers gehalten würde.
Mir aber ist es ein Gruß aus vergangenen Zeiten, und es zwingt mich wieder wie damals, am Waldesrande vom Rade zu steigen und mich zum Ausruhen und Träumen am Wiesenhang zu lagern. Zu Hunderten erklang damals das Geschnarche der Wachtelkönige, die wohl zum großen Teil Durchzugsgäste waren. Es war eine seltsame Begleitmusik zu dem Zwitschern, Flöten, Pfeifen und Trillern, das in bunter Abwechslung aus der Luft, vom Flußufer und von den sumpfigen Wiesen zu mir drang. Nordisches Frühlingsabendkonzert von gefiederten Wanderern, die ihrer Heimat zueilten, den Lapp- oder Finnmarken und anderen nordischen Ländern.
Die Wiesenralle - das ist ein dritter Name des Wiesenschnarchers - ähnelt in Größe und Art dem Tüpfelsumpfhuhn. Das Jugendkleid gleicht dem Herbstkleid der Alten; es ist bräunlich und an den Flügeln rötlich.
Die Ankunft erfolgt gewöhnlich erst in der zweiten Maihälfte. Im September bis Oktober schlägt die Abschiedsstunde.
Das Nest der Wiesenralle liegt als kleine flache Mulde tief versteckt im Wiesengras oder auch im Getreidefeld, und ebenso versteckt lebt der Vogel selbst. Immer aber macht er sich bemerkbar durch sein seltsames Lied, das er sogar oft in der Nacht hören läßt.

Aus:
Reinhold Fenk (1953):
Meine Freunde aus der Vogelwelt. - Brockhaus Leipzig, S. 83-84.


"(...) So erzog ich im Zimmer einen Wachtelkönig (Crex) aus dem Ei, der im nächsten Frühling sein "Räärp räärp" dauernd ertönen lies. Es klingt im engen Raum ungemein laut und hart, so daß ein ahnungsloser Besucher regelmäßig erschrickt und zurückfährt, wenn er es zum ersten Male hört. Anfang Mai holte ich einen im Herbste weggegebenen Bruder dieses Vogels zurück, und die beiden Männer kümmerten sich gar nicht umeinander. Als der Neuling am nächsten Morgen laut krexte, erschrak unser Pflegling entsetzlich und flüchtete in den nächsten Winkel. Der fremde Männerruf erregte nicht etwa seine Wut oder Eifersucht, und er gewöhnte sich allmählich an die Stimme des anderen."

Aus:
Oskar Heinroth (1955)
Aus dem Leben der Vögel, 2. Auflage
Reihe "Verständliche Wissenschaft" Springer Verlag, Berlin, Göttingen, Heidelberg.


 

"Am spätesten von allen Wiesenvögeln kehrt der Wachtelkönig zurück, erst Mitte Mai. Wir werden ihn sozusagen nie sehen, nur hören. Aber dort, wo er vorkommt, und es ist leider nur noch in denjenigen Gegenden der Fall, wo grosse, feuchte Riedwiesen oder die hochgelegenen Fluren der Berggegenden ihm ein sicheres Brüten ermöglichen, macht ihn sein ruf "rrrr, rrrr" höchst auffällig. Wenn ich allemal mein altes Beobachtungsgebiet, das Kaltbrunnerried, besuche, dann begleitet er mich abends grosse Strecken weit, ohne dass auch nur ein Grashalm durch die leiseste Bewegung den genauen Ort verriete, wo er schnarrt. Er gehört zu den Rallen und führt wie alle kleinen Formen dieser Gruppe dasselbe heimliche Leben, nur dass die andern Sumpf- und Schilfland bevorzugen."

Aus:
Hans Noll (1958): 
Das Vogelleben im Jahresverlauf (Schweizer Vogelleben, Band 1). – 2. neubearbeitete Auflage, Verlag Wepf & Co. Basel, Seite 52.


 

"Wachtelkönig - Crex crex (L.)

In nicht zu feuchten Wiesen, auch in Kleeäckern, brütet der Wachtelkönig in verschiedenen Gegenden Deutschlands, doch ist er nirgends häufig und fehlt gebietsweise sogar völlig. Auch erfährt sein Bestand von Jahr zu Jahr oft große Schwankungen. Der Wachtelkönig ist fast so groß wie eine Wasserralle, der kräftige Schnabel jedoch nur halb so lang. Die Federn auf dem Nacken, Rücken und auf den Flügeln sind schwarz mit braunen Rändern, die Handschwingen rostbraun. 

Der volkstümliche Name "Wiesenknarrer" bezieht sich auf den Ruf des Männchens, der stundenlang in geringen Abständen vor allem in den Morgen.- und Abendstunden ausgestoßen wird. Er klingt wie "reerrp – reerrp" oder "ärrp – ärrp" und ist annähernd nachzuahmen wenn man mit einem festen Gegenstand rasch über die Zähne eines Kamms fährt. Erst Ende Juli stellt das Männchen sein ausdauerndes Rufen ein. In unmittelbarer Nähe kann man zuweilen auch noch dumpfe knurrende "knurr" und ähnliches, als Lockrufe auch hellere "ki" oder "ka" vernehmen."

Aus:
Alwin Vogt (1961):
Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen;
Quelle & Meyer Verlag Heidelberg, 12. Auflage.

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