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Informationen in Federn
Populationsstruktur, Ausbreitung und Migration beim Wachtelkönig (Crex crex): Genetische und chemische Informationen in Federn"
Zwischenbericht 2001 von Walter Wettstein (Institut für Umweltwissenschaften der Universität Zürich)

Übersicht über das Gesamtprojekt

Das Hauptziel des Projektes ist es, die Populationsstruktur und die komplizierten räumlichen Bewegungen dieses heimlichen und international gefährdeten Wiesenbrüters besser zu verstehen. Dieses Wissen ist wichtig zur effizienten Planung und Umsetzung von Schutzmassnahmen auf gesamteuropäischer wie auch auf lokaler Ebene. Der zentrale methodische Ansatz des Projektes ist eine Populationsstrukturanalyse basierend auf der genetischen und chemischen Analyse von Federn aus ganz Europa. Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Feldarbeit liegt in Ostungarn. Dort wird die kleinräumige Populationsstruktur genauer untersucht, indem die Auswirkungen der Schwermetallverschmutzung an der Theiss analysiert werden. Wachtelkönigfachleute aus ganz Europa unterstützen das Projekt, indem sie nach genauen Vorgaben Federproben aus ihrer Region sammeln.
 

Zusammenfassung der Arbeiten im Jahr 2001

Dank hervorragender Zusammenarbeit mit den verschiedenen Forschungsteams Europas konnten aus folgenden Regionen Federn gesammelt werden:

Rumänien (W.Wettstein, Demeter Laszlo, Milvus Group, BirdLife Romania): 22 Proben
Ungarn, Theissebene (W. Wettstein, L. Mercsak Bükk NP, R. Horvath Hortobagy NP): 20 Proben
Ungarn, ehemalige Überschwemmungsebene Theiss (W. Wettstein, R. Horvath): 16 Proben
Ungarn, Hügelland (W. Wettstein, S. Boldogh, Aggtelek NP): 17 Proben
Lettland (Oskars Keiss und Team): 37 Proben
Finnland (Petri Parkko, Mika Asikainen, BirdLife Finland): 30 Proben
Westsibirien (Martin Flade, Aquatic Warbler Conservation Team): 5 Proben
Tschechische Republik (Jiri Pykal, Jiri Sebastian, Milan Frencel): 36 Proben
Norditalien (Ivan Farronato, Paolo Pedrini): 16 Proben
Murnauer Moos (Ingrid Geiersberger): 27 Proben
Sachsen-Anhalt (Martin Schulze): 6 Proben
Bremen (Stefan Pfützke, Werner Eikhorst): 20 Proben
Odertal (Joachim Sadlik): 72 Proben vergangener Jahre (in Vorbereitung)
Frankreich (Franck Noel, BirdLife France): 31 Proben
Schottland (Rhys Green, RSPB): 30 Proben (in Vorbereitung)

Damit wurden die optimistischen Erwartungen sogar noch übertroffen und die Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit gelegt. Für 2002 werden wir versuchen, noch Proben aus den Zentralalpen, Weissrussland und der Region Moskau zu bekommen. Aus finanziellen Gründen können für diese Studie keine weiteren Proben berücksichtigt werden. Von denjenigen Proben, welche aufgrund der Handschwingenspitze auf das Alter geprüft werden konnten, erwiesen sich 40 % als einjährig und 60 % als mehrjährig. Dieses Ergebnis unterscheidet sich von Erfahrungen aus Schottland, wo das Verhältnis von einjährigen zu mehrjährigen Vögeln umgekehrt geschätzt wurde.

Von allen Proben konnte die DNA extrahiert werden. Eine Ausnahme bildeten zwei im Freiland gefundene vermauserte Federn aus dem Murnauer Moos, wo die Zersetzung der DNA scheinbar bereits zu fortgeschritten war für eine erfolgreiche Amplifikation. Momentan läuft die Mikrosatellitenamplifikation und Fragmentanalyse mit 9 Primern an der Universität Zürich. Mit der Spurenelementanalyse der Federn wurde am 3. Dezember 2001 in Ungarn begonnen. Die Laborarbeiten für die Saison 2002 werden voraussichtlich im April 2002 abgeschlossen sein.

 

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